Wie viel Strom eine Wärmepumpe braucht, bestimmt die Jahresarbeitszahl (JAZ): das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom übers Jahr. Das Rechenprinzip: Wärmebedarf des Hauses geteilt durch JAZ ergibt den Stromverbrauch. Die JAZ hängt vor allem an Vorlauftemperatur, Auslegung und hydraulischem Abgleich — also an der Planung, mehr als am Gerät. Deshalb ist die Planung nach VDI 4645 der größte Hebel für niedrigen Verbrauch.
Die Jahresarbeitszahl: die ehrlichste Zahl der Heiztechnik
Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht aus Strom — sie pumpt sie. Der Strom treibt den Prozess an, die Wärme selbst kommt zum größten Teil aus der Außenluft. Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie gut das über ein ganzes Jahr gelingt: Sie ist das Verhältnis der erzeugten Wärme zum eingesetzten Strom. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Wärme. Je höher die JAZ, desto weniger Strom braucht Ihre Anlage für dieselbe Wärme — deshalb dreht sich in einer guten Planung alles um diese eine Zahl.
Das Rechenprinzip — an einem bewusst fiktiven Beispiel
Die Grundlogik ist einfach: Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ JAZ. Was Ihr Haus an Wärme braucht, ergibt die Heizlastberechnung; wie effizient die Anlage daraus Wärme macht, sagt die JAZ. Ein rein fiktives Zahlenbeispiel, nur um das Prinzip zu zeigen — keine Prognose für Ihr Haus: Bräuchte ein Haus 20.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr und liefe die Anlage mit einer JAZ von 4, ergäbe das rechnerisch 5.000 Kilowattstunden Strom. Beide Zahlen sind erfunden; Ihre echten Werte liefert erst die Berechnung Ihres Hauses. Aber die Formel zeigt, wo die Hebel liegen: am Wärmebedarf — und an der JAZ.
Vier Hebel, die über Ihre JAZ entscheiden
Vorlauftemperatur
Der größte Hebel. Je niedriger die Temperatur, die Ihre Heizflächen brauchen, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Deshalb ist die Frage nach Heizkörpern und Vorlauf keine Nebensache, sondern der Kern der Planung.
Auslegung
Eine zu große Anlage taktet — ständiges Ein und Aus geht auf die Effizienz. Eine zu kleine hängt am Heizstab. Die richtige Größe kommt aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, nicht aus dem Bauchgefühl.
Hydraulischer Abgleich
Er verteilt das Heizwasser so, dass jeder Raum genau bekommt, was er braucht. Ohne Abgleich muss die Vorlauftemperatur höher, damit auch der letzte Raum warm wird — und jedes unnötige Grad drückt die JAZ.
Einregulierung & Betrieb
Heizkurve, Warmwasserzeiten, Feineinstellung nach der Montage: Die Anlage wird ans echte Verhalten Ihres Hauses angepasst. Auch aufbereitetes Heizungswasser nach VDI 2035 gehört dazu — es schützt die Anlage vor Stein- und Korrosionsschäden.
Warum die Planung mehr entscheidet als das Gerät
Zwei identische Wärmepumpen können völlig unterschiedlich viel Strom brauchen — je nachdem, wie sie geplant, dimensioniert und einreguliert wurden. Ein sehr gutes Gerät in einer schlecht geplanten Anlage verspielt seinen Vorsprung. Genau deshalb gibt die VDI 4645 der Planung so viel Gewicht: Heizlast rechnen, Vorlauftemperatur festlegen, Heizflächen prüfen, hydraulisch abgleichen. Ob Ihr Haus die Voraussetzungen mitbringt, lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau — wie wir planen, auf der Wärmepumpen-Seite.
Übrigens: Für Wärmepumpen gibt es eigene Stromtarife. Viele Versorger bieten spezielle Wärmepumpen-Tarife an; Voraussetzung ist in der Regel ein separater Zähler für die Anlage. Ob sich das für Sie anbietet, hängt von Ihrem Versorger ab — wir bereiten die Elektroinstallation so vor, dass Sie die Wahl haben.
Und die Förderung?
Beim Umstieg auf die Wärmepumpe zahlt die KfW 30 % Grundförderung, mit Boni sind je nach Situation bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich. Den Antrag stellen Sie als Eigentümer über „Meine KfW"; die Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen wir. Wichtig ist die Reihenfolge: erst der Antrag, dann der Auftrag. Ihre mögliche Höhe zeigt der Förderrechner in zwei Minuten.