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Ratgeber · Wärmepumpe

„Im Altbau funktioniert das nie."
Rechnen wir mal nach.

Der häufigste Satz in der Wärmepumpen-Beratung — und meistens stimmt er nicht. Ob Ihr Haus geeignet ist, entscheidet nicht das Baujahr, sondern die Heizlast. Hier steht, woran Sie das selbst erkennen können.

Von EnergiePlus Haustechnik · veröffentlicht im Juli 2026

In 30 Sekunden

Eine Wärmepumpe funktioniert in den meisten Altbauten — wenn sie zur Heizlast des Hauses passt. Entscheidend sind Vorlauftemperatur und Heizflächen, nicht das Baujahr. Ob Ihr Haus geeignet ist, zeigt die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831; ein erstes ehrliches Gefühl gibt der „55-Grad-Test" an der bestehenden Heizung. Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung, Komplettdämmung auch nicht.

Warum das Baujahr die falsche Frage ist

„Altbau" sagt fast nichts darüber, ob eine Wärmepumpe funktioniert. Ein Haus von 1965 mit neuen Fenstern, gedämmter oberster Geschossdecke und großzügigen Heizkörpern kann besser geeignet sein als ein Haus von 1995, das nie angefasst wurde. Was zählt, ist eine einzige Frage: Bekommt Ihr Haus seine Räume mit niedriger Vorlauftemperatur warm? Genau das prüft die Heizlastberechnung — Raum für Raum, mit den echten Daten Ihres Hauses statt mit Vermutungen.

Der Praxis-Check: vier Dinge, auf die es ankommt

Vorlauftemperatur

Je niedriger die Temperatur, mit der Ihr Heizwasser durchs Haus läuft, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe. Viele Anlagen im Bestand laufen unnötig heiß, weil sie nie einreguliert wurden — hier steckt oft mehr Spielraum, als Eigentümer vermuten.

Heizflächen

Große Heizkörper, Plattenheizkörper oder Flächenheizung geben Wärme auch bei niedriger Temperatur gut ab. Sind einzelne Räume kritisch, wird gezielt nachgerüstet — einzelne Heizkörper, nicht das ganze Haus.

Heizlast

Die entscheidende Zahl: Wie viel Wärme braucht Ihr Haus am kältesten Tag? Sie wird nach DIN EN 12831 Raum für Raum berechnet — aus Bausubstanz, Fenstern, Dämmung. Nicht geschätzt, gerechnet. Danach steht fest, welche Anlage passt.

Strom & Aufstellort

Elektroanschluss, Platz für Außen- und Inneneinheit, Abstand zum Nachbarn: alles planbar, wenn man es vorher plant. Bei uns gehören Elektro und Tiefbau zum Projekt — Sie koordinieren keine drei Firmen.

Der 55-Grad-Test: das ehrliche Vorab-Gefühl

Eine Faustregel aus der Praxis, die Sie selbst ausprobieren können: Stellen Sie an einem richtig kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf 55 Grad und drehen Sie die Thermostate voll auf. Wird das Haus trotzdem warm, stehen die Chancen gut, dass eine Wärmepumpe effizient arbeitet. Der Test ersetzt keine Berechnung — aber er kostet nichts und entlarvt die Pauschalaussage „geht bei Ihnen nicht" oft als das, was sie ist: geraten.

Und wenn es knapp wird? Dann heißt die Antwort selten „geht nicht", sondern „geht mit gezielten Handgriffen": einzelne Heizkörper vergrößern, hydraulischer Abgleich, punktuell dämmen. Und manchmal heißt die ehrliche Antwort auch: Bei Ihrem Haus ist eine andere Lösung wirtschaftlicher. Auch das sagen wir Ihnen — wir bauen Gas- und Ölheizungen ebenfalls ein und müssen Ihnen keine Wärmepumpe verkaufen.

Förderung: gerade im Altbau interessant

Der Staat fördert vor allem den Abschied von Öl, Gas und Kohle — also genau die Situation der meisten Altbauten. 30 % Grundförderung zahlt die KfW, mit Boni sind je nach Situation bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich. Wichtig ist die Reihenfolge: erst der Antrag, dann der Auftrag. Die Details stehen im Förder-Ratgeber, Ihre mögliche Höhe zeigt der Förderrechner in zwei Minuten.

Die ehrlichen Antworten

Was Altbau-Besitzer zur Wärmepumpe fragen.

Ja, oft. Entscheidend ist nicht die Fußbodenheizung, sondern ob Ihre Heizflächen die nötige Wärme bei niedriger Vorlauftemperatur in den Raum bringen. Viele Bestandsheizkörper sind größer dimensioniert, als das Haus braucht — dann reicht es. Wo einzelne Heizkörper zu klein sind, werden nur diese getauscht, nicht das ganze Haus umgebaut.

Nein — nicht pauschal. Jede sinnvolle Dämmung senkt die Heizlast und macht die Wärmepumpe effizienter, aber Bedingung ist sie nicht automatisch. Was Ihr Haus wirklich braucht, zeigt die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831: Sie rechnet mit dem Zustand, den Ihr Haus heute hat.

Eine Faustregel aus der Praxis: Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung an einem kalten Wintertag auf 55 Grad und drehen Sie die Thermostate auf. Bleibt das Haus warm, ist das ein starkes Indiz, dass eine Wärmepumpe effizient arbeiten kann. Der Test ersetzt keine Heizlastberechnung — aber er gibt Ihnen vorab ein ehrliches Gefühl.

Die KfW zahlt 30 % Grundförderung, mit Boni sind je nach Situation bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich — gerade beim Tausch alter Öl- und Gasheizungen. Den Antrag stellen Sie als Eigentümer über „Meine KfW"; die Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen wir und begleiten Sie bis zur Auszahlung.

Passt die Wärmepumpe zu Ihrem Haus?

Wir rechnen es aus — Heizlast nach DIN EN 12831, geplant vom Sachkundigen nach VDI 4645. Kostenlos, unverbindlich, und wenn die Antwort „nein" heißt, hören Sie auch das von uns.