Wärmepumpe und Photovoltaik ergänzen sich gut: Die Heizung läuft mit Strom, das Dach erzeugt ihn — Eigenverbrauch statt Einspeisung. Über die „SG Ready"-Schnittstelle kann die Wärmepumpe Solarstrom-Überschuss nutzen, etwa um den Speicher zu überhöhen. Die ehrliche Grenze: Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht, liefert das Dach am wenigsten. Deshalb wird die Wärmepumpe unabhängig von der PV sauber geplant — nach VDI 4645, mit vorbereiteter Schnittstelle. Die PV-Anlage selbst baut der Solarfachbetrieb.
Warum die Kombination naheliegt
Eine Wärmepumpe macht aus Strom Wärme — sie gehört damit zu den größten Stromverbrauchern im Haus. Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Strom auf dem eigenen Dach. Dass beides zusammenpasst, ist keine Werbeidee, sondern simple Logik: Strom vom Dach, der direkt in der Wärmepumpe landet, muss nicht eingekauft werden. Eigenverbrauch statt Einspeisung heißt das Prinzip — denn für eingespeisten Strom bekommen Sie weniger, als Sie für eingekauften bezahlen.
„SG Ready": So nutzt die Wärmepumpe den Überschuss
Damit das Zusammenspiel mehr ist als Zufall, braucht es eine Verbindung zwischen Dach und Heizung. Dafür gibt es „SG Ready" — eine standardisierte Schnittstelle, die viele aktuelle Wärmepumpen mitbringen. Sie funktioniert so:
Das Signal
Ein Energiemanager oder die PV-Anlage meldet der Wärmepumpe: Gerade wird mehr Strom erzeugt, als das Haus verbraucht. Die Wärmepumpe kann darauf reagieren — muss aber nicht.
Speicher überhöhen
Die naheliegendste Reaktion: den Warmwasser- oder Pufferspeicher etwas wärmer laden als gerade nötig. Der Überschuss vom Mittag steckt dann als Wärme im Speicher — und steht am Abend bereit.
Kein Zwang, ein Angebot
Ohne Signal heizt die Wärmepumpe ganz normal weiter. „SG Ready" ändert nichts an der Grundfunktion — es eröffnet nur die Möglichkeit, Sonnenstunden gezielt zu nutzen.
Vorbereiten statt umbauen
Wer die Schnittstelle bei der Planung vorsieht, koppelt die PV-Anlage später ohne Eingriff in die Heizung. Deshalb gehört die Frage in die Wärmepumpen-Planung — auch wenn das Dach noch leer ist.
Die ehrliche Grenze heißt Winter
Jetzt der Teil, den Sie kennen sollten, bevor Sie rechnen: Eine PV-Anlage liefert am meisten im Sommer. Die Wärmepumpe braucht am meisten im Winter — kurze Tage, tiefe Sonne, häufig Wolken. Die beiden Kurven laufen gegenläufig. Die Kombination senkt also Ihren Strombezug übers Jahr, unabhängig vom Netz macht sie Ihre Heizung nicht. Autarkie ist bei einer Heizung, die vor allem im Winter arbeitet, keine realistische Planungsgrundlage — mit dieser ehrlichen Erwartung bleibt die Kombination das, was sie ist: sinnvoll.
Wie viel Strom eine Wärmepumpe überhaupt braucht und warum die Jahresarbeitszahl dabei die entscheidende Größe ist, steht im Ratgeber Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Die richtige Reihenfolge: erst die Heizung, dann die Kopplung. Eine Wärmepumpe wird auf Ihr Haus gerechnet — Heizlast nach DIN EN 12831, Planung nach VDI 4645 — und zwar unabhängig davon, ob eine PV-Anlage kommt. Eine sauber dimensionierte Anlage arbeitet mit und ohne Solarstrom effizient; eine schlecht geplante rettet auch das beste Dach nicht. Wie wir planen, steht auf der Wärmepumpen-Seite.
Wer macht was?
Klare Arbeitsteilung: Wir planen und bauen die Wärmepumpe — inklusive Elektroanschluss durch unser eigenes Team mit Elektroabteilung. Die PV-Anlage selbst planen und montieren Elektro- und Solarfachbetriebe; wir stimmen die Schnittstelle mit ab, damit beide Anlagen später zusammenarbeiten. Und die staatliche Heizungsförderung für die Wärmepumpe läuft davon unabhängig — Ihre mögliche Höhe zeigt der Förderrechner in zwei Minuten.