Legionellen vermehren sich in stehendem, lauwarmem Wasser — ihr Wohlfühlbereich liegt etwa zwischen 25 und 50 °C. Vorbeugung heißt deshalb: Warmwasserspeicher ausreichend heiß fahren (anerkannte Regel: mindestens 60 °C am Speicheraustritt), selten genutzte Leitungen regelmäßig spülen, nach Urlaub das Wasser ablaufen lassen. Vermieter mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung haben nach der Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungspflichten.
Wo Legionellen entstehen
Legionellen sind Bakterien, die in geringer Zahl natürlich im Wasser vorkommen — zum Problem werden sie erst, wenn sie sich vermehren können. Dafür brauchen sie genau zwei Bedingungen: Wasser, das steht, und Temperaturen im lauwarmen Bereich, grob zwischen 25 und 50 °C. Richtig kaltes Wasser bremst sie, richtig heißes tötet sie ab. Kritisch wird es dort, wo beides zusammenkommt:
- Selten genutzte Entnahmestellen: Gäste-WC, Kellerdusche, Anschlüsse in leerstehenden Räumen
- Warmwasserspeicher, die aus Spargründen dauerhaft zu kühl eingestellt sind
- Totleitungen: abgeklemmte Leitungsstücke, die nach Umbauten in der Wand geblieben sind
- Wochenlang ungenutzte Installationen — Ferienwohnung, Urlaub, Leerstand
Noch ein Punkt, der einordnet statt Angst zu machen: Der relevante Übertragungsweg ist nicht das Trinken, sondern das Einatmen feiner Wassertröpfchen — Aerosole, wie sie vor allem beim Duschen entstehen. Genau deshalb dreht sich Vorbeugung um Duschen, Leitungen und Speichertemperatur.
Vorbeugen: eine Einstellung, drei Gewohnheiten
Speicher heiß genug fahren
Die anerkannte Regel: mindestens 60 °C am Speicheraustritt. Das ist die eine Einstellung, die den Legionellen dauerhaft den Wohlfühlbereich nimmt. Wer den Speicher aus Spargründen lauwarm fährt, spart an der falschen Stelle — und sollte die Einstellung zusammen mit dem Verbrühschutz vom Fachbetrieb prüfen lassen.
Selten genutzte Leitungen regelmäßig spülen
Gäste-WC, Kellerdusche, Anschluss in der Einliegerwohnung: Überall, wo selten gezapft wird, steht Wasser. Machen Sie das Spülen zur festen Gewohnheit — Hahn auf, kurz laufen lassen, kalt und warm. Kostet Sie eine Minute, nimmt der Stagnation die Grundlage.
Nach Urlaub und Leerstand ablaufen lassen
Nach jeder längeren Abwesenheit gilt: alle Entnahmestellen laufen lassen, bis kaltes Wasser konstant kühl und warmes konstant heiß kommt. Erst dann normal nutzen — und erst dann duschen.
Totleitungen zurückbauen lassen
Nach Umbauten bleiben oft abgeklemmte Leitungsstücke übrig, in denen Wasser dauerhaft steht — sogenannte Totleitungen. Die spült kein Hahn der Welt mit. Solche Stücke gehören fachgerecht zurückgebaut; das ist ein Fall für den Installateur, nicht für die Gewohnheit.
Für Vermieter: wann Pflichten bestehen
Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung in vermieteten Objekten zu regelmäßigen Legionellen-Untersuchungen. Gemeint sind damit typischerweise Mehrfamilienhäuser mit großem zentralem Warmwasserspeicher — das selbst bewohnte Ein- oder Zweifamilienhaus fällt in der Regel nicht darunter. Was genau für Ihr Objekt gilt, ist eine Frage für Gesundheitsamt und zugelassene Untersuchungsstelle; wir beraten nicht zu Paragraphen. Was wir übernehmen: alles, was an der Anlage selbst zu tun ist, damit sie hygienisch sauber läuft.
Trinkwasserhygiene ist bei uns kein Nebenfach. Im Betrieb steckt die Fachkunde nach VDI/DVGW 6023 — wir prüfen Speichertemperatur und Installation, bauen Totleitungen zurück und stellen die Anlage richtig ein. Am einfachsten geht das im Rahmen der Jahreswartung oder bei einem Termin über die Seite Sanitär & Wasseraufbereitung.