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Ratgeber · Wasser

Legionellen mögen zwei Dinge:
Stillstand und lauwarmes Wasser.

Beides entsteht im Alltag schneller, als man denkt — im selten genutzten Gästebad, im zu kühl eingestellten Speicher, nach dem Urlaub. Hier steht, wo Legionellen entstehen und wie Sie mit einer Einstellung und drei Gewohnheiten vorbeugen.

Von EnergiePlus Haustechnik · veröffentlicht im Juli 2026

In 30 Sekunden

Legionellen vermehren sich in stehendem, lauwarmem Wasser — ihr Wohlfühlbereich liegt etwa zwischen 25 und 50 °C. Vorbeugung heißt deshalb: Warmwasserspeicher ausreichend heiß fahren (anerkannte Regel: mindestens 60 °C am Speicheraustritt), selten genutzte Leitungen regelmäßig spülen, nach Urlaub das Wasser ablaufen lassen. Vermieter mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung haben nach der Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungspflichten.

Wo Legionellen entstehen

Legionellen sind Bakterien, die in geringer Zahl natürlich im Wasser vorkommen — zum Problem werden sie erst, wenn sie sich vermehren können. Dafür brauchen sie genau zwei Bedingungen: Wasser, das steht, und Temperaturen im lauwarmen Bereich, grob zwischen 25 und 50 °C. Richtig kaltes Wasser bremst sie, richtig heißes tötet sie ab. Kritisch wird es dort, wo beides zusammenkommt:

  • Selten genutzte Entnahmestellen: Gäste-WC, Kellerdusche, Anschlüsse in leerstehenden Räumen
  • Warmwasserspeicher, die aus Spargründen dauerhaft zu kühl eingestellt sind
  • Totleitungen: abgeklemmte Leitungsstücke, die nach Umbauten in der Wand geblieben sind
  • Wochenlang ungenutzte Installationen — Ferienwohnung, Urlaub, Leerstand

Noch ein Punkt, der einordnet statt Angst zu machen: Der relevante Übertragungsweg ist nicht das Trinken, sondern das Einatmen feiner Wassertröpfchen — Aerosole, wie sie vor allem beim Duschen entstehen. Genau deshalb dreht sich Vorbeugung um Duschen, Leitungen und Speichertemperatur.

Vorbeugen: eine Einstellung, drei Gewohnheiten

  1. Speicher heiß genug fahren

    Die anerkannte Regel: mindestens 60 °C am Speicheraustritt. Das ist die eine Einstellung, die den Legionellen dauerhaft den Wohlfühlbereich nimmt. Wer den Speicher aus Spargründen lauwarm fährt, spart an der falschen Stelle — und sollte die Einstellung zusammen mit dem Verbrühschutz vom Fachbetrieb prüfen lassen.

  2. Selten genutzte Leitungen regelmäßig spülen

    Gäste-WC, Kellerdusche, Anschluss in der Einliegerwohnung: Überall, wo selten gezapft wird, steht Wasser. Machen Sie das Spülen zur festen Gewohnheit — Hahn auf, kurz laufen lassen, kalt und warm. Kostet Sie eine Minute, nimmt der Stagnation die Grundlage.

  3. Nach Urlaub und Leerstand ablaufen lassen

    Nach jeder längeren Abwesenheit gilt: alle Entnahmestellen laufen lassen, bis kaltes Wasser konstant kühl und warmes konstant heiß kommt. Erst dann normal nutzen — und erst dann duschen.

  4. Totleitungen zurückbauen lassen

    Nach Umbauten bleiben oft abgeklemmte Leitungsstücke übrig, in denen Wasser dauerhaft steht — sogenannte Totleitungen. Die spült kein Hahn der Welt mit. Solche Stücke gehören fachgerecht zurückgebaut; das ist ein Fall für den Installateur, nicht für die Gewohnheit.

Für Vermieter: wann Pflichten bestehen

Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung in vermieteten Objekten zu regelmäßigen Legionellen-Untersuchungen. Gemeint sind damit typischerweise Mehrfamilienhäuser mit großem zentralem Warmwasserspeicher — das selbst bewohnte Ein- oder Zweifamilienhaus fällt in der Regel nicht darunter. Was genau für Ihr Objekt gilt, ist eine Frage für Gesundheitsamt und zugelassene Untersuchungsstelle; wir beraten nicht zu Paragraphen. Was wir übernehmen: alles, was an der Anlage selbst zu tun ist, damit sie hygienisch sauber läuft.

Trinkwasserhygiene ist bei uns kein Nebenfach. Im Betrieb steckt die Fachkunde nach VDI/DVGW 6023 — wir prüfen Speichertemperatur und Installation, bauen Totleitungen zurück und stellen die Anlage richtig ein. Am einfachsten geht das im Rahmen der Jahreswartung oder bei einem Termin über die Seite Sanitär & Wasseraufbereitung.

Die ehrlichen Antworten

Was zu Legionellen gefragt wird.

Die anerkannte Regel: am Speicheraustritt mindestens 60 °C. Dauerhaftes Absenken auf lauwarme Temperaturen spart zwar etwas Energie — schafft aber genau den Bereich, in dem sich Legionellen wohlfühlen. Wichtig dabei: An den Zapfstellen kann so heißes Wasser Verbrühungen verursachen, deshalb gehören Einstellung und Verbrühschutz zusammen betrachtet. Im Zweifel prüfen wir das bei einem Termin.

Der relevante Übertragungsweg ist nicht das Trinken, sondern das Einatmen feiner Wassertröpfchen — Aerosole, wie sie vor allem beim Duschen entstehen. Deshalb liegt der Fokus der Vorbeugung auf Duschen, selten genutzten Leitungen und der Speichertemperatur. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, die einfachen Regeln ernst zu nehmen.

Lassen Sie an allen Entnahmestellen das Wasser ablaufen, bevor Sie es normal nutzen: kalt, bis es konstant kühl kommt, warm, bis es konstant heiß kommt. Damit spülen Sie das Wasser aus den Leitungen, das während der Abwesenheit gestanden hat. Das gilt für die Wohnung nach zwei Wochen Urlaub genauso wie für die Einliegerwohnung, die monatelang leer stand.

Die Trinkwasserverordnung sieht für vermietete Objekte mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung regelmäßige Legionellen-Untersuchungen vor — das betrifft typischerweise Mehrfamilienhäuser mit großem zentralem Warmwasserspeicher, in der Regel nicht das selbst bewohnte Ein- oder Zweifamilienhaus. Ob und was für Ihr Objekt gilt, klären Sie verbindlich mit Gesundheitsamt oder zugelassener Untersuchungsstelle — wir unterstützen mit der Fachkunde Trinkwasserhygiene nach VDI/DVGW 6023 bei allem, was an der Anlage zu tun ist.

Als Dauerstrategie: nein. Kurzes Hochheizen ersetzt keine dauerhaft richtige Einstellung — entscheidend sind konstant ausreichende Temperaturen und Wasser, das regelmäßig fließt statt zu stehen. Wenn Ihr Speicher über Jahre lauwarm lief oder Leitungen lange stagniert haben, lassen Sie die Anlage lieber einmal fachkundig anschauen, statt zu improvisieren.

Läuft Ihr Warmwasser hygienisch sauber?

Wir prüfen Speichertemperatur und Installation — mit Fachkunde Trinkwasserhygiene nach VDI/DVGW 6023. Anfrage stellen, ein echter Ansprechpartner ruft in unter 48 Stunden zurück.